Das Jugendbegleiter Programm - ein Interview mit Dorrit Brandstetter

Bitte stellen Sie das Jugendbegleiter-Team, sich selbst und Ihre Aufgaben im Zusammenhang mit dem Jugendbegleiter-Programm kurz vor.

Seit Einführung des JugendbegleiterInnen-Programms beteiligt sich die Evangelische Jugend Stuttgart in der Qualifizierung von junior-JugendbegleiterInnen und in der Durchführung von Nachmittagsangeboten mit Schwerpunkt „soziales Lernen“ in Kombination mit gruppen- und erlebnispädagogischen Angeboten. Planung und Koordination der Angebote, die Ausbildung von junior-JugendbegleiterInnen und die Begleitung der Teams liegen in Händen von Dorrit Brandstetter, Referentin für schulbezogene Jugendbildung der Evangelischen Jugend Stuttgart.

Bitte nennen Sie einige Beispiele für Partnerschulen und für Ihre konkreten Angebote.

Unsere JugendbegleiterInnen gestalten mit der Schloss-Realschule Stuttgart beispielsweise Kletter- und Hochseilangebote, mit der Freien Evangelischen Schule Pausenspiele und mit der Realschule Ostheim ein vielschichtiges Angebot, das Hausaufgabenbetreuung, freies Spielen und angeleitetes Gruppenprogramm umfasst. Dazu gehören Gruppenspiele, Gesprächsrunden, Klettern, Trommeln, Backen, stadtteilbezogene Ausflüge und weitere Aktivitäten, die eingebunden sind in den schulischen und kirchlichen Jahresablauf.
Das Team bei diesem Angebot setzt sich zusammen aus junior-JugendbegleiterInnen, einer pädagogischen Fach- und einer Hilfskraft, ÜbungsleiterInnen fürs Klettern und weiteren „ExpertInnen“ mit speziellen Fachkenntnissen. Die Ausbildung der junior-JugendbegleiterInnen geschieht im Rahmen des SchülermentorInnen-Programms (SMP). In der Praxis erprobte junior-JugendbegleiterInnen führen mit Unterstützung der pädagogischen Fachkraft die jüngeren aus der nächsten Generation mit ein. Unter Leitung der Koordinatorin finden alle sechs bis acht Wochen gemeinsame Teambesprechungen statt, an denen auch ein Lehrer und der Schulleiter teilnehmen.

Warum engagiert sich die Evangelische Jugend Stuttgart in der Schule?

Seit mehr als 15 Jahren betreibt die Evangelische Jugend Stuttgart (damals noch „Evangelisches Jugendwerk Stuttgart - ejs“) schulbezogene Jugendbildung, was zu Anfang viel Überzeugungskraft brauchte. Deshalb sehen wir die Öffnung der Schule in den letzten Jahren als große Chance für die Jugendarbeit. In Kooperationen verstehen wir uns als Partnerin mit dem gemeinsamen Anliegen eines weit gefassten Bildungsauftrages. Wir übernehmen diese Aufgabe in der Überzeugung, gemeinsam mit Schule Bildung zu ermöglichen und zu fördern, um so einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu leisten. Schulbezogene Jugendbildung fördert nach unserer Überzeugung die Handlungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Sie eröffnet Möglichkeiten, kontinuierliche Beziehungen zu ihnen aufzubauen, sie zu sozialem Handeln zu motivieren, zur aktiven Mitgestaltung von Jugendarbeit und Schule zu befähigen und für Kirche und Glaubensinhalte zu interessieren. Gleichzeitig trägt sie zur Weiterentwicklung evangelischer Jugendarbeit in Stadtteil, Distrikt und Gemeinde bei.

Aus welchen Gründen halten Sie es für wichtig, dass Schulen sich der außerschulischen Ju-gendbildung öffnen?

Das ist vor allem für junge Leute eine riesengroße Chance, denn Evangelische Jugendarbeit nimmt junge Menschen mit ihren Fähigkeiten und Begabungen wahr. Jeder Mensch wird als äußerst kostbar angesehen - unabhängig von seiner Leistung. Evangelische Jugendarbeit motiviert zu eigener Entwicklung und fördert ungeahnte Talente zu Tage. Sie bietet Platz für Spiel und Experimente, bei denen es auch mal erlaubt ist, Fehler zu machen. Kinder und Jugendliche können eigene Fähigkeiten und Grenzen ausprobieren und selbstbestimmt handeln. Sie bringen ihre Wünsche in die Nachmittagsbetreuung ein und gestalten das Programm aktiv mit. Sie üben sich in Partizipation und erleben, dass sich Engagement und Mitverantwortung lohnen. Damit spielt Freiwilligkeit als wichtiges Prinzip der Jugendarbeit auch beim Nachmittagsangebot eine große Rolle. Jugendarbeit ist in Netzwerke im Stadtteil eingebunden, so dass sie für die Schule eine Brückenfunktion übernehmen kann.

Lassen sich erste Erfolge in der Umsetzung des Jugendbegleiter-Programms erkennen?

Für die teilnehmenden Kinder ist das Angebot sicherlich eine große Bereicherung, die auch in ihren übrigen Alltag hinein wirkt. Deutlich wurde das z.B. nach Ende einer Trommelworkshop-Phase, als mehrere Kinder ein Musikinstrument lernen wollten. Es gibt ständig Situationen, in denen die Kinder dazu angeregt werden, auszuprobieren, wie sie besser mit sich und anderen klar kommen können. Die direkte Beziehung zwischen der Jugendbegleiterin und den Eltern wirkt darin unterstützend. Entscheidende Auswirkungen hat die Ausbildung für die junior-JugendbegleiterInnen selbst - im Blick auf ihre Persönlichkeitsentwicklung, ihre pädagogischen und sozialen Kompetenzen und ihre Motivation auf Mitgestaltung. Von ihrem Engagement profitieren dann beide Institutionen: die Schule und die Evangelische Jugend Stuttgart.

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Tageslosung

vom 18.05.2012

Wer ist nun willig, heute eine Gabe für den HERRN zu spenden?
1.Chronik 29,5

Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat, ohne Bedauern und ohne Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
2.Korinther 9,7


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